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„Hitlerjunge Salomon“ (Sally Perel) zu Gast in der Oberschule am Sonnensee

Perel2014 009Am 9.10.2014 kam der 89jährige Sally Perel nach Bissendorf, um dem 9. und 10. Jahrgang von seinem Leben als Hitlerjunge Salomon zu erzählen. Zuvor hatten sich alle Zuhörer mit ihren Geschichtslehrern durch das Anschauen der DVD „Hitlerjunge Salomon" auf dieses Treffen vorbereitet.

Sally Perel, einer der letzten Zeitzeugen des Holocausts, sieht es als seine Pflicht an, jungen Menschen vom Dritten Reich zu berichten, damit die Gräueltaten der Nazis nicht in Vergessenheit geraten und auch die heutige Jugend aufpasst, dass so etwas nie wieder passiert. So fliegt er jedes Jahr bis zu dreimal von Israel, wo er seit Kriegsende lebt, nach Deutschland und fordert die Jugendlichen auf, aufmerksam die rechte Szene zu verfolgen und ihr mutig entgegenzutreten. Sie, die ihn jetzt live erlebt haben, seien jetzt Augenzeugen, die noch ihren Kindern und Enkeln seine Worte und Warnungen wiedergeben sollen.

Sally Perel wurde 1925 in Peine bei Braunschweig geboren. Er verlebte bis 1935 eine schöne Kindheit, wurde dann aber von der Schule verwiesen, weil er Jude war. Die Familie emigrierte nach Polen, wo er in Lodz 1939 die Volksschule besuchte. Danach sollte er eigentlich aufs Gymnasium wechseln, doch die Armeen Hitlers fielen in Polen ein und der Zweite Weltkrieg begann. Alle Juden sollten in ein Ghetto kommen. Um die Überlebenschancen ihrer Söhne zu vergrößern, schickten Sallys Eltern ihn und seinen Bruder Isaak auf einen Marsch in den Osten zu den Sowjets. Der Plan ging auf und Sally kam in ein sowjetisches Waisenhaus. Zwei Jahre später fielen die Deutschen in Russland ein und der 16jährige Sally wurde von den Deutschen aufgegriffen. Er ließ seine Papiere verschwinden und behauptete, Volksdeutscher zu sein. Das große Wunder geschah: Die Nazis glaubten ihm und sein Doppelleben Jude Sally/Hitlerjunge Jupp begann. Sally Perel berichtete mit eindringlichen Worten von „aberwitzigen Erlebnissen und der inneren Zerrissenheit dieses Doppellebens, das ihn in die Rolle des Opfers wie in die des Täters zwang." (s. Klappentext seines Buches). Tagsüber ging er mit den Nazis umher, trug ihre Uniform und das Hakenkreuz auf seiner Mütze, schrie „Heil, Hitler!" und abends suchten ihn Alpträume auf, weil er von Entdeckung oder vom Tod seiner Eltern und Geschwister träumte.

Sally Perel gelang es, die Schüler in seinen Bann zu ziehen. Sie hörten ihm gespannt zu und stellten nach seinem Vortrag einige Fragen, die er bereitwillig beantwortete.
Viele Schüler erwarben anschließend sein Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon" und ließen sich von Sally Perel eine Widmung hineinschreiben, die immer auch das hebräische Wort „Schalom" (=Frieden) beinhaltete.
Danach wurde ihm die Schülerin Jenny vorgestellt, die eine Zeichnung von ihm als jungen Mann angefertigt hatte. Tief bewegt dankte er ihr und schmückte die Zeichnung mit seinem Autogramm.

Danke, Herr Perel,für Ihren informativen und bewegenden Zeitzeugen-Bericht.
Wir werden diese Begegnung mit Ihnen nicht vergessen. Schalom!
C. Berndmeyer

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